Archiv für Februar 2007

Aus die Maus

Kann ich eigentlich noch ohne Computer leben? Vordergründig betrachtet kaum. Schließlich verdiene ich mein Geld damit, dass ich für andere Leute programmiere, Systeme warte, Prozesse designe und wenn es sein muß auch schon mal jemandem erkläre, wie er irgendwelche Machen in Word oder Excel umschifft. Und auch mein Privatleben ist von EDV durchdrungen verseucht. Die Finger einer Hand reichen mittlerweile nicht mehr aus, um die Rechner in meinem Privathaushalt zu zählen. Freundschaften pflege ich per E-Mail. Shopping findet hauptsächlich bei Amazon statt. Urlaubsfotos verwalte und präsentiere ich am PC, genauso wie Musik. Ich schlage seit Jahren alle Angebote der ortsansässigen Lokalzeitung für ein Abonnement aus, weil ich aktuelle Nachrichten im Internet lese. Das 20-bändige (hoffnungslos veraltete) Bertelsmann-Lexikon steht nur noch aus nostalgischen Gründen im Regal. Eigentlich könnte ich den Platz sinnvoller nutzen, denn nachgeschlagen wird bei Wikipedia oder Google.

Es geht also nicht mehr ohne Computer. Ich bin abhängig vom PC. Oder gar süchtig? Darüber habe ich vorhin nachgedacht, als ich einen Link auf den Shutdown Day fand. Die veranstalten dort eine Aktion, bei der jeder mal 24 Stunden ohne Computer auskommen soll. Natürlich alle gleichzeitig. Am 24. März 2007.

Na klar kann ich das, hab ich mir gedacht. Ist ja sogar ein Samstag, also nicht mal ein Konflikt mit Job und Projekt. Ein gutes Buch, und der Tag ist rum.

Aber dann kamen doch ein paar Bedenken. Eigentlich sitze ich samstags ziemlich oft vor dem Monitor. An der Homepage basteln, irgendwas rechechieren, was wegen Arbeit liegen geblieben ist. Ein bischen Freesurfing. Allerlei eben. Komme ich ohne das aus? Klar, die am Anfang genannten Punkte machen mich in gewissem Maß organisatorisch abhängig von PC und Internet (auch wenn sich das mit etwas Aufwand vermutlich auch alles wieder ohne PC machen ließe – Briefe schreiben, Fotos zum Entwickeln geben, Musik aus dem Plattenschrank hören), aber ein einziger Tag müßte doch machbar sein. Schließlich nehme ich ja auch keinen Laptop mit in Urlaub. Aber das ist dann irgendwie doch was anderes. Im Urlaub stürmt soviel Neues und Nichtalltägliches auf einen ein, dass es mir leicht fällt, den Alltag und seine Unvermeidlichen Utensilien zu vergessen. An einem ganz normalen Samstag hingegen steht die Versuchung der PC in unmittelbarer Reichweite. Ich bräuchte nur zuzugreifen. Ein Tastendruck, und ich habe verloren.

Ob ich das schaffe? Ich glaube, ich werde das mal versuchen.

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Desponsoring

Ich habe die Nachricht, dass der taiwanesische Konzern Benq nach dem Zusammenbruch seiner von Siemens übernmmenen Handysparte (unter Verlust mehrerer tausend Arbeitsplätze) jetzt einer der zehn Hauptsponsoren der Fußball-Europameisterschaft 2008 wird, zum Anlaß genommen, mein Sponsoring für Benq einzustellen. Will heißen: für das frisch angeschaffte Display habe ich lieber ein paar Euro mehr augegeben, als ein Benq-Modell zu kaufen. Und ein neues Mobiltelefon habe ich mir auch gerade gekauft. Eines, auf dem der Schriftzug “BenqSiemens” nicht mehr draufsteht.

Jetzt funke ich mit einem Sony Ericsson K610i, bin genauso begeistert wie letztes Frühjahr beim Kauf des jetzt eingemotteten Modells von Benq und hoffe, dass ich das neue jetzt ein bischen länger benutzen kann.

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Taskbar Shuffle

Es gibt Dinge im Büro, an die man sich gewöhnt. Nicht dass sie wichtig wären. Man bemerkt sie nicht einmal, solange sie da sind. Aber wehe, sie sind weg …

Im letzten Projekt, in dem ich mich fast drei Jahre beschäftigt habe, meldete ich mich jeden Morgen an meinem Windows-Arbeitsplatz an. Outlook startete per Autostart und tat mit kund, was ich seit gestern Abend so alles verpaßt hatte. Das war in der Regel nichts weiter Schlimmes, ich startete also weitere Programme (Entwicklungsumgebung, ein paar Excelsheets, Texteditor, Unix-Sessions, … was halt so anfällt) und begann zu arbeiten. Im Laufe des Tages sammeln sich so allerhand Daten und Konstellationen an, die man genau so im Kopf hat wie auf dem Bildschirm. Die Arbeit geht flott dahin, weil man fast blind im Fenstergewirr auf dem Desktop navigieren kann. Zwischendrin sind natürlich immer wieder Mails zu beantworten, Aufgaben anzulegen und Termine zu manövrieren.

Und dann geschieht die Katastrophe: Outlook stürzt ab oder hängt oder läßt sich aus irgendeinem anderen Grund nicht mehr zur Mitarbeit überreden und wird aus dem Spreicher entfernt. Also schnell neu starten, und …

… der Tag ist im Eimer! Ab sofort führt jeder Blick, jedes Zucken mit der Maus ins Leere, wenn man Outlook an der gewohnten Stelle gleich neben dem Start-Button sucht. Die acht bis neun Programme zu schließen, deren Taskleistenbalken nun Outlook seinen Stammplatz verwehren, kommt nicht in Frage. Dann könnte man auch gleich den ganzen Tag von vorne beginnen. Also lebt man eher schlecht als recht mit der ungewohnten Situation und hat für den Rest des Tages das Gefühl, dass man so nicht arbeiten könne.

Aber jetzt wird alles gut!

Mithilfe des kleinen Programms Taskbar Shuffle lassen sich plötzlich die Buttons in der Taskbar verschieben. Wie die Tabs in Firefox. Einfach Outlook neu starten und dahin verschieben, wo es hingehört.

Danke an REALSHAKE, bei dem ich den Hinweis auf dieses Kleinod zur Rettung meiner Arbeitstage entdeckt habe.

Wirke ich jetzt übertrieben begeistert? Kann schon sein, das ist dann die Kompensation für ein fussballerisch verkorkstes Wochenende. Aber gut ist Taskbar Shuffle wirklich.

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22. Spieltag 2006/2007

Auswärtsniederlage gegen Essen: 0:5

Auweia. Mußte das unausweichliche Aufwachen aus dem Traum vom doch-noch-Aufstieg denn so schlimm kommen? Dagegen ist ja der Montag-Morgen-Wecker noch angenehm …

Und jetzt? Na, vielleicht läßt sich dem Debakel ja doch noch was Positives abgewinnen. Jedenfalls kann jetzt keiner mehr das Wort Aufstieg in den Mund nehmen, ohne sich lächerlich zu machen. Vielleicht schaft das ja endlich die Bedingungen, unter denen Herr Daum ein Team aufbauen kann, das im Sommer 2008 reif ist für die erste Liga. Ohne, den Druck, alles schon in diesem Jahr schaffen zu müssen. Ohne den massiven Druck dürften die Spieler auch ihre Möglichkeiten besser umsetzen können (oder muß man heute sagen: “ihr Potenzial abrufen”?). Denn schließlich hat jeder von denen schon mal deutlich besser gespielt als gegen Essen.

Natürlich könnte es sein, dass ich mir das alles nur schön rede …

Im Leben gibts für jedermann
zwei Dinge, die man sich nicht aussuchen kann:
seine Familie, denn die ist schon vorher da
und seinen Fußballclub – traurig, aber wahr.

- Wise Guys

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Wanderurlaub auf dem Mars?

Die ESA hat Wanderkarten für den Mars veröffentlicht. Oder besser gesagt:topografische Karten in Maßstäben bis 1:50000, mit Höhenlinien und hübsch in Farbe. Sowas wird hierzuplanet eben als Wanderkarte benutzt. Hergestellt wurden die Karten aus Fotos, die mit einer HRSC (High Resolution Stereo Camera) – der unbedarfte SMS-Versender würde wohl von einer “HRSC-Kamera” sprechen – während der Mars Express Mission gemacht wurden.

Was mich in diesem Zusammenhang ziemlich überrascht hat: temperaturmäßig wäre eine Wandertour auf dem Mars gar nicht mal so unmöglich wie ich im ersten Moment dachte. Der Wikipedia-Eintrag zum Planeten Mars erwähnt unter “Atmosphäre und Klima” Temperaturen zwischen -85°C (nachts) und +20°C (tagsüber) in der Äquatorregion unseres roten Bruders. Das wäre ja mit einem Biwak a la Reinhold Messner zum Übernachten gerade noch machbar. OK, CO2 können wir noch nicht atmen, ganz zu schweigen vom Fehlen eines Reisebüros, aber es ist ein Anfang.

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Pastone

Pastone ist ein Begriff aus der italienischen Presselandschaft. Er beschreibt eine bestimmte Art zu schreiben. Und er beschreibt ziemlich genau, was mir an Blogs so gefällt. Jedenfalls an denen, die mir gefallen.

Pastone – eine Mischung aus leichter, möglichst witziger (oder melodramatischer) Schreibe, bunt durcheinander gewürfelten Fakten und einem Schuß Kommentar.

Steht so in Henning Klüver – Gebrauchsanweisung für Italien. Ob ich das halten kann, wird sich zeigen. Aber wer nicht wagt, der nicht schreibt.

Also keine Nudeln. Ich schreib auch was anderes in die Überschrift, wenn mir was besseres einfällt. Eigentlich wollte ich den Untertitel ganz weglassen, aber ich finde keinen Weg, diesen ollen Strich zu entfernen.

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21. Spieltag 2006/2007

Auswärts gegen Braunschweig. Naja, gewonnen und drei Punkte geholt, aber eine Spielkulturrevolution muß erst noch jemand anzetteln. Wenn ich mir dagegen das Montagsspiel (Duisburg – Karlsruhe 2:1, ein absolut sehenswertes Spiel) anschaue, dann frage ich mich, was der FC bloß machen will, wenn er mal da oben ist, wo er hin will. Die Hoffnung lautet hier wohl, dass das gute Spiel schon noch kommt, wenn man erst mal wieder gewinnt. Na, ich wünsch es den Kölnern ja wirklich.

1:0 | 11 bis 3 | 39 unverteilt

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Fleischfressende Pflanzenerde

Ein Fundstück in einer Gärtnerei. Vermißt habe ich allerdings die Geschmacksrichtungen Hühnchen, Leber und Fisch. Katzen haben es da besser als Pflanzen.

fleischfressende Pflanzenerde

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Na dann wollen wir mal …

Eigentlich habe ich die Blog-Bewegung ja voll verschlafen. Bis ich wußte, was ein Blog ist, gab es schon so viele davon, dass ich dachte, da kriegt man wohl keinen Überblick mehr. So eine Art ich-werde-alt-Effekt. Bis ich begriffen habe, dass man ja auch gar keinen Überblick braucht. Man liest einfach hier und da ein bischen mit, und an dem einen oder anderen Blog bleibt man hängen – bzw. kommt immer mal wieder vorbei. Naja, und irgendwann hatte ich dann selbst Lust, sowas zu machen. Wahrscheinlich keine originelle Bloggerkarriere, aber eben meine – bisher. Auf alles weitere bin ich sehr gespannt.

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