Archiv für März 2007

Blinde Texte

Neulich fiel mir eine deutlich unterhaltsamere Variante des ewig langweiligen und erstickend seriösen “lorem ipsum” in die Hände:

Ich bin Blindtext. Von Geburt an. Es hat lange gedauert, bis ich begriffen habe, was es bedeutet, ein blinder Text zu sein: Man macht keinen Sinn. Man wirkt hier und da aus dem Zusammenhang gerissen. Oft wird man gar nicht erst gelesen. Aber bin ich deshalb ein schlechter Text? Ich weiss, dass ich nie die Chance haben werde, im Stern zu erscheinen. Aber bin ich darum weniger wichtig? Ich bin blind! Aber ich bin gerne Text. Und sollten Sie mich jetzt tatsächlich zu Ende lesen, dann habe ich etwas geschafft, was den meisten “normalen” Texten nicht gelingt.

Ich glaube, das war der erste Blindtext, den ich komplett gelesen habe. Später habe ich dann entdeckt, dass es ein ganzes Archiv für solche Texte gibt. Für den Designer wahrscheinlich echt praktisch, nicht immer dasselbe verwenden zu müssen, sich aber auch nicht immer was neues ausdenken zu müssen. Aber so amüsant die kurzen Exemplare oft sind: irgendwie läßt sich das nicht beliebig ausdehnen. Ich habe es jedenfalls noch nicht geschafft, eines der längeren Exemplare zu Ende zu lesen. Spätestens nach einer Handvoll Zeilen packt mich die massive Lustlosigkeit, weiterzulesen.

Na, hoffentlich entpuppe ich mich unter diesen Gesichtspunkten hier nicht als Blindtextautor …

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26. Spieltag 2006/2007

Auswärtsunentschieden: 1:1 bei Hansa Rostock

So ohne Arena und in Hessen auch nicht wirklich nah am Kölner Stadion habe ich ja nicht oft Gelegenheit, den FC im TV live zu sehen. Also hätte ich mich eigentlich ärgern sollen, dass ich letzten Montag verhindert war. Da die Verhinderung aber in einer Woche Urlaub auf Teneriffa bestand, konnte ich meinen Ärger doch ganz gut unterdrücken. :-)

Das Spiel habe ich in Form einiger SMS miterlebt, die mir pünktlich zu An-/Abpfiff und den Toren zuflogen. Schade, dass es nicht ein Törchen mehr sein konnte, aber die Spielberichte (ich erinnere mich an den Begriff “bundesligsreif”) klangen dann ja wirklich erfreulich.

Allerdings längst nicht so erfreulich wie der Albtraum einige Tage zuvor. Erfreulicher Albtraum? Doch, das geht. Ich hatte die Bestell-SMS für die oben erwähnten Torbenachrichtigungen verschickt und war voll über die Kosten informiert. Jede SMS 39 Cent, und mindestens 3 SMS pro Spiel, das ganze jederzeit abstellbar. Naja, die Kosten halten sich ja in Grenzen, aber irgendwie hatte ich wohl noch die Anfangszeit des Handies im Hinterkopf, als die Festnetzminute (vom Handy aus) nicht unter 1,98 DM(!) zu bekommen war und sich jede Minute vom Konto absparte. Jedenfalls habe ich in der nächsten Nacht geträumt, der FC hätte mich mit einem 16:0 Sieg an den Rand des finanziellen Ruins gebracht.

Na gut, selbst wenn: es hätte mich nicht ruiniert. Aber ein Albtraum war es doch. Nur eben ein erfreulicher. ;-)

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25. Spieltag 2006/2007

Heimsieg gegen Unterhaching: 4:1

Na, das war doch mal was. Ich weiß, es war “nur” Unterhaching (sorry, liebe Unterhachinger, ist nicht böse gemeint), und auch da kam der FC nur zäh ins Spiel. Aber vier Tore (noch dazu recht schöne), da kommen die Frühlingsgefühle doch von alleine – vom Wetter mal ganz zu schweigen. Eigentlich müßte man sich ja ärgern: hätte man in Essen gewonnen (was ja nun wirklich niemanden hätte überraschen können), und hätte man gegen Paderborn nur ein Törchen mehr erzielt, dann wären es jetzt noch ganze vier Punkte bis zu Platz drei, der Karneval in Köln ginge in die Verlängerung, und die Pläne für die Aufstiegsfeier würden schon mal aus der Schublade geholt …

[Ping] … Mist, aufgewacht. [Seufz] Ist aber ganz gut so. Wenn der FC tatsächlich dieses Jahr aufgestiegen wäre, vor den ungläubig starrenden Augen der versammelten deutschen Sportpresse eine Rekordaufholjagd von zwölf Punkten hingelegt hätte und Christoph Daum zur Verleihung des Heiligenscheins nach Rom beordert worden wäre – ich wäre bereit gewesen, im nächsten Wettbüro eine mittelgroße Summe auf den sofortigen Wiederabstieg zu setzen.

Aber die hätte ich auch gerne verloren. :-)

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Bluescreen im freien Fall

Blau hat was Beruhigendes, heißt es. Das konnte ich gestern auch ganz gut gebrauchen, als ich den Aufzug im Büro benutzt habe und der Bildschirm statt der gewohnten Werbung einen Bluescreen zeigte. Irgendwie nimmt man sich sowas dann doch zu Herzen. Immerhin konnte ich gerade noch das Handy zücken, um ein Foto zu schießen. Was wird eigentlich, wenn man demnächst noch den Bluescreen als Werbefläche entdeckt. Möglichst mit Reklame für das örtliche Beerdigungsunternehmen …

bluescreen.jpg

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Lust auf Sommer

Eigentlich war dieser Winter ja gar keiner. Wenn man ihn mit dem letzten vergleicht, kommt man jedenfalls nicht auf viele Gemeinsamkeiten. Außer der Abwesenheit von Sommer. Der Blick aus meinem Bürofenster offenbart zwar nicht gerade eine karibische Traumlanschaft, aber die Farbe des Himmels kommt schon so einigermaßen hin. Jedenfalls macht der Ausblick Lust auf Sommer. Dass der kalte Wind hier um die Gebäudeecken pfeift, sieht man auf dem Foto ja nicht …
Blauer Himmel

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24. Spieltag 2006/2007

Auswärtsniederlage gegen Karlsruhe: 1:2

Letzte Woche hatte ich keine Lust, was über den FC zu schreiben. Das 0:5 gegen Essen noch im Hinterkopf und ein unbefriedigendes Unentschieden. Dazu fiel mir einfach nichts ein.

Diesmal sieht das anders aus. Diese Woche ist zwar auch schon wieder fast rum (was auch sein Gutes hat: Wochenende! :-) ), aber der Gedanke an Montag tut immer noch gut. Ja, die Jungen haben wieder verloren. Nein, was anderes habe ich auch nicht ernsthaft erwartet. Doch, gehofft schon. Nein, die Nähe zu den Abstiegsplätzen gefällt mir gar nicht.

Aber es war ein gutes Spiel. Es hat Spaß gemacht, zuzuschauen. Endlich mal wieder einen FC zu sehen, der mithalten kann. Der sich Chancen erarbeitet. Der dem Gegner Probleme macht. Naja, am Ende hat Karlsruhe schon verdient gewonnen, in der zweiten Halbzeit hatten die einfach mehr zuzusetzen. Und es kommt ja auch nicht von ungefähr, dass die da oben stehen, wo ich trotz allen Realismus den FC gerne sähe.

Angesichts des geringen Abstandes zu den Abstiegsplätzen müßte einem eigentlich Angst und Bange werden, wenn man sich das Restprogramm anschaut: die derzeitigen Tabellenplätze 2 bis 8 stehen alle noch als Gegner aus. Aber jetzt muß ja niemand mehr aufsteigen. Jetzt kann man sich darauf beschränken, das unberechenbare Team zu sein, das völlig unter Wert der einzelnen Spieler so weit unten steht – wehe jedem Gegner, wenn da mal der Knoten platzt. Jetzt darf auch mal ein schönes Fussballspiel dabei herauskommen. (Ich glaube, dass das Spiel gegen Karlsruhe mehr zum Zusammenwachsen der Mannschaft beigetragen hat als die Siege gegen Burghausen Jena und Braunschweig.) Und all das ist gegen bessere Mannschaften sowieso einfacher als gegen die “von unten”, die jetzt schon mit dem Rücken zur 3. Liga stehen.

Ich glaube, dass der FC diese Saison noch einige wirklich gute Spiele abliefern, den Abstieg locker verhindern und auf dem Weg zu einer echten Mannschaft ein gutes Stück weiterkommen wird. Und in der nächsten Saison sehen wir dann weiter.

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Mordlust

Mordlust ist genau das, was ich empfinde, wenn ich in einer warmen Sommernacht aufwache und ganz in der Nähe meines Ohres ein helles “Sssssiiiirrrr” einer Mücke höre. Dann weiß ich, dass es mit der Ruhe vorbei ist. Ich kann erst dann Ruhe geben, wenn ich das blutsaugende Ungeheuer erschlagen weiß, was meistens einen roten Fleck an der Tapete hinterläßt und meine bessere Hälfte aufweckt …

Dass tote Insekten auch eine ästhetische Seite haben, konnte ich neulich bei Spiegel Online sehen: Volker Steger ist Wissenschaftsjournalist und hat für die Süddeutsche Zeitung eine Serie von Fotos gemacht, die Insekten nach einer näheren Bekanntschaft mit der Motorhaube eines Autos zeigen. Hier ist ein Interview mit dem Fotografen, einschließlich einiger Bilder. Die Posen der Insekten (wenn der Begriff “Pose” die Sache denn trifft) sind grotesk, wie Standbilder im Moment der Katastrophe. Oder des Fouls, nur dass man die Grätsche des Gegenspielers wegretuschiert hat.

Mir gefallen die Bilder. Und das liegt vermutlich zu einem Teil durchaus an der Erkenntnis, dass mich diese Exemplare nachts jedenfalls nicht mehr quälen können.

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