Aus die Maus
Kann ich eigentlich noch ohne Computer leben? Vordergründig betrachtet kaum. Schließlich verdiene ich mein Geld damit, dass ich für andere Leute programmiere, Systeme warte, Prozesse designe und wenn es sein muß auch schon mal jemandem erkläre, wie er irgendwelche Machen in Word oder Excel umschifft. Und auch mein Privatleben ist von EDV durchdrungen verseucht. Die Finger einer Hand reichen mittlerweile nicht mehr aus, um die Rechner in meinem Privathaushalt zu zählen. Freundschaften pflege ich per E-Mail. Shopping findet hauptsächlich bei Amazon statt. Urlaubsfotos verwalte und präsentiere ich am PC, genauso wie Musik. Ich schlage seit Jahren alle Angebote der ortsansässigen Lokalzeitung für ein Abonnement aus, weil ich aktuelle Nachrichten im Internet lese. Das 20-bändige (hoffnungslos veraltete) Bertelsmann-Lexikon steht nur noch aus nostalgischen Gründen im Regal. Eigentlich könnte ich den Platz sinnvoller nutzen, denn nachgeschlagen wird bei Wikipedia oder Google.
Es geht also nicht mehr ohne Computer. Ich bin abhängig vom PC. Oder gar süchtig? Darüber habe ich vorhin nachgedacht, als ich einen Link auf den Shutdown Day fand. Die veranstalten dort eine Aktion, bei der jeder mal 24 Stunden ohne Computer auskommen soll. Natürlich alle gleichzeitig. Am 24. März 2007.
Na klar kann ich das, hab ich mir gedacht. Ist ja sogar ein Samstag, also nicht mal ein Konflikt mit Job und Projekt. Ein gutes Buch, und der Tag ist rum.
Aber dann kamen doch ein paar Bedenken. Eigentlich sitze ich samstags ziemlich oft vor dem Monitor. An der Homepage basteln, irgendwas rechechieren, was wegen Arbeit liegen geblieben ist. Ein bischen Freesurfing. Allerlei eben. Komme ich ohne das aus? Klar, die am Anfang genannten Punkte machen mich in gewissem Maß organisatorisch abhängig von PC und Internet (auch wenn sich das mit etwas Aufwand vermutlich auch alles wieder ohne PC machen ließe – Briefe schreiben, Fotos zum Entwickeln geben, Musik aus dem Plattenschrank hören), aber ein einziger Tag müßte doch machbar sein. Schließlich nehme ich ja auch keinen Laptop mit in Urlaub. Aber das ist dann irgendwie doch was anderes. Im Urlaub stürmt soviel Neues und Nichtalltägliches auf einen ein, dass es mir leicht fällt, den Alltag und seine Unvermeidlichen Utensilien zu vergessen. An einem ganz normalen Samstag hingegen steht die Versuchung der PC in unmittelbarer Reichweite. Ich bräuchte nur zuzugreifen. Ein Tastendruck, und ich habe verloren.
Ob ich das schaffe? Ich glaube, ich werde das mal versuchen.
TestTestTest
1 Kommentar zu “Aus die Maus”
am 04.11.2007 um 14:10
Später Nachtrag: ich habs geschafft. Das lag aber zu einem nicht unwesentlichen Teil daran, dass der 24.03.2007 unser Rückreisetag von Teneriffa war und ich gar keinen Computer in Reichweite hatte – geschweige denn Zeit, mich damit zu befassen.