Blinde Texte

Neulich fiel mir eine deutlich unterhaltsamere Variante des ewig langweiligen und erstickend seriösen “lorem ipsum” in die Hände:

Ich bin Blindtext. Von Geburt an. Es hat lange gedauert, bis ich begriffen habe, was es bedeutet, ein blinder Text zu sein: Man macht keinen Sinn. Man wirkt hier und da aus dem Zusammenhang gerissen. Oft wird man gar nicht erst gelesen. Aber bin ich deshalb ein schlechter Text? Ich weiss, dass ich nie die Chance haben werde, im Stern zu erscheinen. Aber bin ich darum weniger wichtig? Ich bin blind! Aber ich bin gerne Text. Und sollten Sie mich jetzt tatsächlich zu Ende lesen, dann habe ich etwas geschafft, was den meisten “normalen” Texten nicht gelingt.

Ich glaube, das war der erste Blindtext, den ich komplett gelesen habe. Später habe ich dann entdeckt, dass es ein ganzes Archiv für solche Texte gibt. Für den Designer wahrscheinlich echt praktisch, nicht immer dasselbe verwenden zu müssen, sich aber auch nicht immer was neues ausdenken zu müssen. Aber so amüsant die kurzen Exemplare oft sind: irgendwie läßt sich das nicht beliebig ausdehnen. Ich habe es jedenfalls noch nicht geschafft, eines der längeren Exemplare zu Ende zu lesen. Spätestens nach einer Handvoll Zeilen packt mich die massive Lustlosigkeit, weiterzulesen.

Na, hoffentlich entpuppe ich mich unter diesen Gesichtspunkten hier nicht als Blindtextautor …

Dieser Beitrag wurde gepostet am 30.03.2007 um 12:52 in Internet. Sie können alle Kommentare zu diesem Beitrag im RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können einen Kommentar schreibenoder einen Trackback von Ihrer eigenen Website setzen.

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