Zumindest die Stimmung ist in Ordnung
3. Spieltag 2007/2008: FC – Carl Zeiss Jena 4:3
Meine Güte, war das ein Nervenspektakel! Kaum hat man sich mit einem Kölsch vor den Fernseher gesetzt, da klingelts schon. Blöderweise im eigenen Kasten. Aber der FC beginnt eigentlich gar nicht so schlecht. Abgesehen von dem Loch in der Abwehr, durch das Jena das 0:1 erzielt hat (wieso muss ich bloss gerade an das Torwandschießen im aktuellen Sportstudio denken?) , ist die Leistung doch deutlich ansehnlicher als gegen Aachen. Und der Ausgleich läßt auch nicht lange auf sich warten. Das 1:2 (diesmal das andere Loch in der Torwand) erscheint dann auch nur wie ein Unfall. Mit der Zuversicht, dass das noch umzudrehen ist, gehts in die Pause.
Und dann? Trauerfußball vom feinsten, keiner läuft sich frei, der Ball wird hinten hin und her geschoben, manchmal auch direkt zum Gegner. Da hätte sogar Aachen noch ein Tor geschossen. Jena tuts auch. 1:3, und meine Zuversicht ist hin,
Aber wir wären ja keine Kölner, wenn wir nicht verrückt wären, oder? Wenn keiner mehr an uns glaubt, dann passiert eben das unglaubliche. Eigentlich wollte Daum ja, dass mit seiner Auswechselung (aller guten Dinge sind drei) ein Ruck durch die Mannschaft geht. Den hat aber dann eher die Auswechselung der Jenaer ausgelöst, sozusagen. Das hätte man dem armen Mann aber auch mal sagen können, dass er nicht trödeln darf, wenn Faryd Mondragon in der Nähe ist. Der Kölner Torhüter schon den Jenaer Nachzügler nach einem Sprint über den halben Platz nachdrücklich vom Platz. Die gelbe Karte, die er sich dabei einhandelte (wofür eigentlich?), nahm er dabei nur am Rande wahr, während er dem Schiedsrichter wild gestikulierend die Schwere des Vergehens des Jenaers vermittelte.
Das unglaubliche an dieser Aktion war, dass sie die Stimmung vollstängik gekippt hat. Sowohl im Stadion (kam im Fernsehen gar nicht rüber, aber was verschiedene Besucher erzählen, ist da eindeutig) als auch in der Mannschaft. Dazu noch ein goldener Lauf von Adil Chihi und eine katastrophale Faustabwehr des Jenaer Keepers ins eigene Tor, und schon hatte der FC mit 4:3 gewonnen.
Tolle Stimmung, ein Gefühl wie drei Esslöffel Adrenalin, aber bei genauer Betrachtung keine dauerhaft befriedigende Leistung. Da muss schon noch ein bischen mehr kommen, wenn wir aufsteigen wollen. Und am Freitag gehts nach München, zum bisherigen Ligadominator. Hoffentlich werden wir unterschätzt. Manchmal hat der Ruf als Karnevalsverein ja auch sein gutes. Freitag wäre ein idealer Zeitpunkt, um das mal zu nutzen. Also: FC Alaaf!
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