Archiv für Juni 2010

Farben. Bad Nauheim, 2010

Farben

in Fotoblog | Keine Kommentare »

Differenzialrechnung

In der Schule war ich gut in Mathe. Jedenfalls als es auf das Abitur zuging. Ich erinnere mich noch (auch wenn das schon verdammt lange her ist) an meine mündliche Prüfung in Mathe. Parabel, Steigungsdreiecke, Grenzwertbetrachtung und Tangentensteigung – all das hatte ich gut gelernt, und die Prüfungsfragen waren so eine Art Elfmeter für mich.

Nie wirklich gut war ich dagegen in Sport. Fussball machte zwar Spaß, aber da gab es immer andere, die besser waren und einem sowohl den Ball als auch die guten Noten wegnahmen. Badminton hatte durchaus was, aber man musste immer aufpassen, daß man nicht versehentlich gegen die einzige Vereinsspielerin im Kurs ran musste, weil man da sicher deklassiert wurde. Ist mir einmal passiert … hmpf. Bei den unvermeidlichen Turnsportfesten habe ich mich immer freiwillig zum Bodenturnen gemeldet – da standen wenigstens keine Geräte im Weg, die in irgendeinem ursächlichen Zusammenhang mit eventuellen Knochenbrüchen stehen konnten. Alles in allem: ich war kein Sportler.

Das wurde während des Studiums und in der Zeit der Berufsausübung danach noch schlimmer. Man lernte Studentenkneipen und Fastfood kennen, ruinierte sich den Kreislauf mit Zigaretten, ruinierte sich die Figur, indem man mit dem Rauchen aufhörte (was den Kreislauf natürlich NICHT wieder auf Trab brachte) und lernte den sozialen Druck des gemeinsamen Mittagessens in der Kantine kennen: man will ja weder alleine am Schreibtisch zurückbleiben noch sich mit welkem Billigsalat zufrieden geben, während die anderen sich ein Schnitzel reinhauen.

Und nun?

Vor etwa drei Wochen habe ich angefangen, zu laufen. Vielleicht spielte der Morgan-Chase-Lauf hier in Frankfurt, an dem einige Kollegen teilgenommen haben, eine Rolle bei der Entscheidung. Ich hatte zwar vehement jede Beteiligung abgelehnt, aber einen kleinen Stich hat es vielleicht doch gegeben, nicht dabei zu sein. Oder war es ein guter Freund (und Kollege), der den Lauf zum Anlass genommen hat, wieder etwas für seine Fitness zu tun?

Ich bin mir nicht so ganz sicher, was letztlich den Ausschlag gegeben hat, aber das ist auch nicht so wichtig. Wichtig ist, dass ich meinen inneren Schweinehund besiegt habe und einfach angefangen habe, was für mich zu tun. Ich habe mir auch keine sonderlich hohen Ziele gesteckt (ich will zweimal Laufen pro Tag nicht unterschreiten, das ist moderat), weil ich mir nicht selbst die Lust nehmen will, weiterzumachen. Die Ziele kommen dann von selbst, wenn man erste Erfolge sieht: “Den einen Kilometer schaffe ich jetzt auch noch.” “Morgen schaffe ich die Runde unter einer halben Stunde.” “Wenn ich noch zwei Kilo mehr runter habe, dann gönne ich mir mal wieder ein gutes Glas Wein.” “Ich will wieder in die alte Jeans (zwei Größen kleiner als meine jetzigen) passen, die da noch im Schrank hängt.” Wenn man sieht, dass das wirklich machbar ist, dann fällt auch das durchhalten leichter. Auch wenn bei dem derzeitigen Wetter die Steigungen (und damit wären wir wieder beim Anfang des Artikels) schon deutlich mühsamer sind als die in der Abiturprüfung damals. Aber es macht halt Spaß, etwas zu schaffen, von dem man gar nicht gedacht hätte, dass man es könnte.

Und am Samstag machen wir zu viert einen Schnupperkurs im Nordic Walking!

in Laufen, Sport | Keine Kommentare »

That’s What It Is

Ich bin seit vielen Jahren begeisterter Konzertgänger. Angefangen hat alles mit einen Triumvirat-Konzert im Bergischen Löwen in Bergisch Gladbach. Das ist schon gaaaaanz lange her. Aber seitdem höre ich mir immer wieder Livemusik an. Auf meiner Liste befinden sich, wenn ich es mir recht überlege, schon eine ganze Menge größerer Kaliber, wie Bryan Adams, Manfred Mann, Bruce Springsteen, Sting, Jethto Tull, Queen, Marillion, Mike and the Mechanics, Neil Young, Crosby, Stills & Nash, Runrig, …

Aber letzten Montag war ich in (auf? bei?) einem wirklich außergewöhnlichen Konzert. Mark Knopfler gab sich in der Frankfurter Festhalle die Ehre. Nicht dass ich den nicht vorher schon mal gesehen hätte (1989, Westfalenhalle Dortmund mit den Dire Straits, 2006, Festhalle Frankfurt mit Emmylou Harris), aber auch nach zwei Tagen Nachdenken, fällt mir kein Konzert ein, das mir besser gefallen hätte. Der Mann hat’s einfach drauf. OK, musikalisch muss man seine Songs natürlich mögen, aber das tue ich nun mal (und bin damit ja auch nicht ganz allein ;-) ). Aber auch die technische Qualität (Mark Knopfler selbst, seine Musiker, Mischpult) ist bemerkenswert. Dabei ist der Mann schon 61, und sein Rücken ist wohl im Moment auch nicht ganz in Ordnung. Jedenfalls konnte er sich nicht frei bewegen, sondern saß die ganze Zeit auf so einer Art Barhocker. Sein Arzt habe ihm so allerlei verboten – unter anderem gehen, laufen und tanzen. Naja, jedenfalls alles schön vorsichtig. Pfleg Deinen Rücken schön gesund, Mark, ich will noch öfter mal zu einem Deiner Konzerte gehen können!

Die Setlist:

  • Border Reiver
  • What It Is
  • Sailing To Philadelphia
  • Coyote
  • Prairie Wedding
  • Hill Farmer’s Blues
  • Romeo And Juliet
  • Sultans Of Swing
  • Done With Bonaparte
  • Marbletown
  • Get Lucky
  • Speedway At Nazareth
  • Telegraph Road
  • Brothers In Arms
  • So Far Away
  • Piper To The End

Woher ich die Setlist so genau weiß? Nach dem Konzert gab es USB-Sticks mit dem gerade gehörten zu kaufen (außer den Zugaben, die konnte man mit einem Code am Tag danach downloaden). Da habe ich natürlich zugegriffen, und seitdem hat mein iPod auch nichts anderes zu tun bekommen.

Das Konzert wird schwer zu toppen sein. Das beste Konzert eben – That’s What It Is!

in Musik | Keine Kommentare »

Cancun, Mexiko, 2008

Cancun, Mexiko, 2008

in Fotoblog | Keine Kommentare »